CONFUCIUS MEISTER "KONG"

06.10.2010 Pressemitteilung: INTER-GLOBAL-PRESS

 

KONFUZIUS (Kung-fu-tse = »Meister aus dem Geschlechte Kong«),

der mit Abstand bedeutendste Philosoph Chinas, * 27.8. 551 v. Chr. im Fürstentum Lu, + 11.4. 479 v. Chr. ebd. - Konfuzius, auch Kung Tjiu oder Kung-dse genannt, entstammte einem sehr alten und angesehenen,chinesischem Adelsgeschlecht. Im Alter von drei Jahren schon,verlor er seinen durch den Umbruch vom Feudalismus zum Großreich, verarmten Vater und wurde von seiner jungen Mutter in kärgsten Verhältnissen aufgezogen. Neben manchen dadurch erforderlichen Handfertigkeiten um zum Erhalt der kleinen Familie beizutragen, erlernte er seit seinem 15. Lebensjahr in den damaligen Adelsschulen, die »Sechs Künste« (Tanz, Musik, Bogenschießen, Wagenlenken, Schreiben und Rechnen). Im Alter von 19 Jahren heiratete er und wurde im darauffolgenden Jahr Vater eines Sohnes Li (»Karpfen«); über seine später geborene Tochter (oder auch Töchter) ist kaum etwas bekannt geworden. Den Lebensunterhalt für sich und seine Familie bestritt Konfuzius durch die Ausübung niederer Ämter, etwa als Aufseher über die öffentlichen Getreidespeicher oder die, für das Anbinden von Opfertieren an die dafür benötigten Pfähle. Im Jahre 530 v. Chr. richtete der erst 21jährige Konfuzius seine eigene, erste Schule ein, in der er seine Schüler erfolgreich Musik und Dichtung, vor allem aber eben auch, die ehrwürdigen Riten und die Geschichte der Könige nach dem überlieferten Buch der Urkunden (Schu-djing) lehrte, das er später durch eine von ihm verfaßte Geschichte seines Landes, mit dem Titel »Frühling und Herbst« ergänzte. Sein Hauptinteresse am Hüten und Weitergeben alter Traditionen, ohne nach Neuerungen Ausschau zu halten, wird darin bereits deutlich, ebenso wie in der von ihm mit ungewöhnlicher, ritueller Hingabe, vollzogene Bestattung seiner im Jahre 528 v. Chr. verstorbenen Mutter die er über alles verehrte. Aus Anlaß der Erziehung zweier junger Adeliger, reiste Konfuzius 518 v. Chr. ins Fürstentum der Dschou, um dort auch seine Studien der Musik und der alten Riten zu vervollkommnenzu können. In diese Zeit fällt auch eine denkwürdige Begegnung mit Lao-Tse, bei der Lao-Tse, einer späteren Legende zufolge, die zentrale Lehre des Konfuzius von »Maß und Mitte« (Tschung) sowie seine praktischen Weltverbesserungsabsichten durch Erneuerung bzw. Wiederbelebung des "Alten" kritisiert haben soll. Nach der Rückkehr in seine Heimat und erneuter erfolgreicher Lehrtätigkeit folgte Konfuzius als gehorsamer Untertan seinem Fürsten 516 v. Chr. in die Verbannung nach Tji. Da ihm so das gesuchte öffentliche Wirken jedoch versagt blieb, kümmerte er sich weiterhin vermehrt um die Aufarbeitung alter Urkunden und Zeugnisse der chinesischen Traditionen. Wahrscheinlich nach dem Tode des verbannten Fürsten, im Jahre 509 v. Chr. kehrte Konfuzius nach Lu, seinem Heimatort,  zurück, um aufgrund seines Rufes als »Edler« (djün-dse) ab 501 v. Chr. zunächst Stadtgouverneur von Dschung-du, schließlich sogar ab 498 Justizminister des Landes zu werden. Seine Vorstellungen von einem nach den alten Ordnungen ausgerichteten gerechten Leben konnte er so auch politisch erfolgreich verwirklichen. Doch hinterhältige Intrigen veranlaßten Konfuzius allerdings, das Land zu verlassen und ein 13 Jahre andauerndes Wanderleben (497-483 v.Chr.) in Begleitung einiger Schüler zu  führen. Von der Mißachtung seiner »Weisheit« durch machtbesessene Fürsten enttäuscht, konnte er zwar 483 v. Chr. in seine Heimat Lu zurückkehren, blieb aber auch wegen seines den Herrschern lästigen, moralischen Rigorismus ohne Amt, wenn auch hoch geehrt. Die Ordnung, vermutlich auch die Kommentierung der ehrwürdigen Überlieferungen, zu denen neben dem Buch der Urkunden (Schu-djing) auch das Buch der Lieder (Sche-djing) und das Buch der Wandlungen (I-djing) gehört, war nun seine Haupttätigkeit. Dies blieb so, bis zu seinem Tode im Alter von 73 Jahren, vermutlich ohne je selbst eigene Schriften verfaßt zu haben. Sein nüchternes, auf weltoffene Praxis und Sittlichkeit gerichtetes, an »Maß und Mitte« sowie an den Werten der Tradition orientiertes »humanistisches« Denken, prägt in vielerlei Gestalt den »Konfuzianismus« sehr nachhaltig und nicht nur generell das chinesische Geistes- und Kulturleben, bis hin in unsere, die heutige Zeit.  

Bibliographie: H. G. Greel, C., 1949, 341-354; Herbert Franke, Orientalistik. Tl. 1: Sinologie, 1953.

 

Lit.: Quellen: V. v. Strauss, Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen, 1880; - James Legge, C. analects. The great learning and the doctrine of the mean, 1893; - Seraphin Couvreur, Les Quatre Livres, 1895; - Richard Wilhelm, Gespräche (Lunyü), 1921 (Neuausg. 1979); - Ders., Li Gi. Das Buch der Sitte des älteren und jüngeren Dai, 1930; - Friedrich Rückert/Albert Ehrenstein, Schi-king. Das Liederbuch Chinas. 100 Gedichte, 1922; - Arthur David Waley, The analect of C., 1938; - Lin Yutang, C.. The wisdom of C., 1938; - Irmgard Grimm, Lun-Yü. Gespräche des Konfuzius, 1948; - Ezra Pound/Rainer M. Gerhardt, Die Große Unterweisung oder Das Erwachsenenstudium. Das Testament des Konfuzius, 1953;- Hans O. H. Stange, Gedanken und Gespräche des K., 1953 (Neuauflage 1964); - Tehyi Hsieh/Ilse Krämer, Konfuzius Eine Einführung in das Leben und Wirken des Weisen und eine Auswahl seiner Gespräche und Gedanken, 1954; - Haymo Kremsmayer, Worte der Weisheit. Lun Yü, 1954; - Ezra Pound, Confucian analects, 1956; - Lin Yutang/Gerold Goudenhave, Konfuzius, 1957; - Richard Wilhelm, Schulgespräche, 1961. - Sekündarlit.: James Legge, The life and Teachings of C., 1867 (1870); - Ernst Faber. Der Lehrbegriff des C., 1872; - Albert Tschepe, Konfuzius, 1910-1915; - Ch'en Huan Chang, Economic principles of C., 1911 (1974); - Richard Wilhelm, Konfuzius Leben und Lehren, 1925 (1950); - Erich Schmitt, Konfuzius Sein Leben und seine Lehre, 1926; - Richard Wilhelm., Konfuzius und der Konfuzianismus, 1928; - Franz Xaver, Konfuzius und sein Kult. Ein Beitrag zur Kulturgesch. Chinas, 1929; - Rudolf v. Delius, Konfuzius Seine Persönlichkeit und seine Lehre, 1930 (1948); - John Knight Shryock, The origin and development of the state cult of C., 1932; - Miles Menander Dawson, The basis thought of C.. The conduct of lige, 1939; - Chan Nay Chow, La doctrine du droit international chez C., 1941; - Abbé Laurenz Eul Sou Youn, C.. Sa vie, son <180>uvre, 1942 (1948); - T'ien-Hsi Cheng, China moulded by C.. The Chinese Way in Western light, 1946 (dt. 1949); - Alexis Rygaloff, C., 1946; - Herlee Glessner Creel, C.. The man and the myth, 1949 (1951); - Marc Semenoff, C., 1951; - chang Ch'i Yün, Life of C., 1954; - Jeanne Gripekoven, C. et son temps, 1955; - Liu Wu-Chi, C.. His life and time, 1955; - René Etiemble, C., 1956; - Max Hamburger, Aristotle and C., in: Phil. 31 (1956), 324-357; - Kaizuka Shigeki, C., 1956; - Pierre Do-Dinh, K., 1960 (1987); - Ders., C. and Chinese humanism, 1969; - Karl Jaspers, Die maßgebenden Menschen: Sokrates, Buddha, J., Jesus, 1964 (1986); - René Etiemble, C., 1966; - Robert P. Kramers, Der vollkommene Mensch in konfuzian. und christl. Sicht, in: EvMZ 23 (1966), 87-101; - Ders., K. Chinas entthronter Heiliger?, 1979; - Soo Hann Myung, Die Idee des Vertrauens bei Konfuzius, in: FS Otto Friedrich Bollnow, 1968, 27-38; - Bennett B. Sims, C., 1968; - Brunhild Staiger, Das Konfuzius-Bild im kommunist. China, 1969; - Dies., Die gesellschaftspolit. Relevanz der Diskussion über Konfuzius in der Volksrepublik China, in: Int. Asian Forum 2 (1971), 412-421; - Dies., Wird Konfuzius wieder zitierfähig ?, in: China aktuell 6 (1977), 935-941; - Betty Kelen, C. in life and legend, 1971; - Herbert Fingarette, C. The secular as sacred, 1972; - David Howard Smith, C., 1973; - Erwin Wickert, Konfuzius und die Richtigstellung der Begriffe, in: FS Hans v. Herwarth, 1974, 390-394; - Yung-Kuo Yang, Konfuzius, der »weise« der reaktionären Klasse, 1974; - Kritik an Lin Biao und Konfuzius, 1975; - Thomas Scharping, Die Wandzeitungen der Anti-Konfuzius-Kampagne, 1975; - Li-Fu Ch'en, Why C. has been referenced as the mode, teacher of all ages, 1976; - Tilemann Grimm, Meister Konfuzius: Zur Gesch. der Wirkung des Konfuzius, 1976; - Joachim Schickel, K. Materialien zu einer Jahrhundert-Debatte, 1976. - Nachschlagewerke: M. Eder, Art. »Konfuzius«, in: RGG 3 III, 1767 f.; - Ders., Art. »Konfuzius«, in: LThK VI, 1961, 438; - Wing-Tsit Chan, Art. »C.«, in: The Encyclopedia of Philosophy I, 1767 (1972), 189; - Art. »Konfuzius«, in: Philos.Wörterbuch herausgegeben von Georgi Schischkoff, 1978 (1982), 385 f.; - Rolf Moritz, Art. »Konfuzius«, in: Philosophen-Lex., 1982, 489-493; - Hans-Joachim Störig, Weltgesch. der Philosophie, o. J., 90-97. Quelle: Hartmut Rosena

 Philosophische Weisheiten von ERILAR WOLF

 

     

 ODIN mit HUGIN und MUNIN den beiden weisen Raben, drittes Bild: Indischer Weiser, rechts aussen: ODIN-STATUE, sie steht in der Stadt Thale im schönen Harz.

 

1. Spruch: Wir stammen alle aus der selben Wolke.

2. Spruch: Freut Euch über die Schlechten, denn ohne sie wüsstet ihr nicht, dass ihr gut seid.

3. Spruch: Gehe jedem aus dem Weg, der dir sagt, er wüsste was Gott will !